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Interview: Mike Väth im Portrait

Väth, ein Name der uns bekannt ist und sicherlich in dem einen oder anderen Erinnerungen an nie vergessene Nächte/Produktionen/Lebensgefühle und Emotionen auslöst. Der Name Väth verbindet Leidenschaft, Kreativität, künstlerischen Ausdruck und einen ganz bestimmten Lebensstil. Doch wollen wir heute nicht über den allzu bekannten Bruder Sven berichten, sondern viel mehr über Mike – seinen Bruder, welcher sich schon in den 90’er Jahren durch den besonderen Ausdruck an künstlerischer DigitalArt einen Namen gemacht und durch seine langjährigen Reisen seiner Suche nach Inspiration folgte, welche ihn schließlich auch – in seinem heutigen Streben prägten.

Geboren 1967 in Frankfurt am Main, hat Mike, der ein echtes Frankfurter Original ist, natürlich auch durch die Verbindung zu seinem Bruder, die elektronische Musik und die damit verbundenen Ereignisse und Veränderungen der Szene – beginnend Mitte den Einflüssen der 80’er und der 90’er Jahre gelebt.

Mit René Walliczek und Paul Schulte, welcher fünf Jahre lang eine Hälfte von Earth Nation und früher auch Drummer von D.A.F. war – bildete er 1999 – 2000 erstmals einen Live Act: „Das Mike Väth Project“ Walliczek begleitete damals dies am Maschinenpark, Schulte an den Drums und Mike agierte als Frontman. Es war daher nur noch ein Frage der Zeit, dass er der Liebe zur Musik nicht nur in Bildern seine Aufmerksamkeit schenken wollte, sondern auch an den Plattentellern projizieren musste. Nach Schließung des eigenen Wohnzimmers, dem legendären Omen in Frankfurt im Jahre 1998 – nahm dieser Gedanke noch mehr Gestalt an. Mittlerweile lebt Mike in der Schweiz und feiert große Erfolge, doch die Liebe zu Frankfurt und seinen Wurzeln ist geblieben.

Seit 4 Jahren nun steht Mike regelmäßig an den Tellern, was nicht unbeobachtet blieb. So ist er seit einiger Zeit bei Anthony Rothers Label „datapunk“ (www.datapunk.de) unter Vertrag und zeichnet sich nicht nur durch den außergewöhnlichen Sound, sonder auch die Art, wie er hinter dem Mischpult steht, aus.

Mike Väth

Interview:

Sabrina Anna:
Mensch Mike, Du hast ja schon jede Menge miterlebt, was die beginne der elektronischen Musik, sowie der Entwicklung der Szene angeht. Wie siehst Du als einer, der alten Hasen, die Szene heute? Was macht z.B das heutige Puplikum im Vergleich zu dem der sehr prägenden Zeiten der elektronischen Musik in den 90’er Jahre für Dich aus?

Mike Väth:
Der Unterschied liegt hauptsächlich darin, dass es damals am Anfang der Technobewegung es für alle etwas ganz Neues war, etwas was es in unserem Leben in dieser Form nicht gab. Es gab zwar schon immer Sub-Kulturen, denkt man an die 60er Jahre, aber der Synthesizer-Sound, die ersten Atari Klänge, das war etwas nie da gewesenes. Die Neue Generationen wächst im Gegensatz zu damals mit einer Vielzahl an elektronischer Musik auf, vor allem die vielseitigen Genres innerhalb des elektronischem Musikstils kannten wir so nicht. (Minimal, Techno, Trance, House, Progressive usw.) Der Sound ist vielfältiger geworden.
Sabrina Anna:
Mike, wenn Du die Projekte der letzten Jahre für Dich zusammenfasst, welches hat Dich am meisten berührt und hat eines dieser Projekte etwas mit Deinem neuen Leben in der Schweiz zu tun? Warum hast Du Frankfurt verlassen?

Mike Väth:
2006 war für mich ein ganz besonderes Jahr, da ich mich entschlossen habe meinen sicheren Beruf als Creativ Director nach 7 Jahren aufzugeben. Die Gründe waren sicherlich die einschneidenden Erlebnisse in diesem Jahr. So konnte ich z.B einem Jungen aus Polen mit meiner Stammzellenspende das Leben retten, bin Vater eines Sohnes geworden und habe meinen Vater bis in den Tod beigestanden, dass war eine sehr intensive Zeit und als mir in dieser angeboten wurde bei einem Freund in Zürich bei musicbon.de als Produktmanager einzusteigen, stand für mich die Entscheidung fest, Deutschland zu verlassen. Die Entscheidung habe ich bis heute nicht bereut, ich habe sehr viel Spass in meinem Beruf, ausserdem liebe ich Zürich.

Sabrina Anna:
Mike, ich weiß der ständige Vergleich zu Deinem Bruder ist eines der Dinge, die man Dich ständig fragt, doch ist es mir wichtig zu projizieren, dass Du schon immer Dein eigenes Dinge gemacht hast – Dennoch, was hat Dich bewegt vor 4 Jahren nun auch an die Plattenteller zu gehen?

Mike Väth:
Ganz einfach, es ist und bleibt die Musik, sie ist einer meiner ständig gepflegten Kanäle, welche auch die bildende Kunst und meine Schwerpunkte im Leben miteinander vereinen. Da ich wohl einer der Ersten war, der sich mit digitalen Umgang mit der elektronischen Musik beschäftigte und ich die Entwicklung heute betrachte, war ich wohl schon sehr frühzeitig in dieser Richtung ein Trendsetter. Das hatte und hat mit Sven nichts zu tun.

Mike Väth und sein Bruder SvenDie Brüder

Sabrina Anna:
Für Dich war lange die digitale Kunst der Weg sich auszudrücken und Du hast dies in den frühen 90er Jahren mit Musik kombiniert – bei Ausstellungen oder Veranstaltungen. Wird es so etwas in dieser Richtung nochmal von Dir geben und wenn ja, welche Visionen hast Du?

Mike Väth:
Nein, mein nächstes Ziel ist es nun ein Album zu produzieren und mich generell noch mehr dem Auflegen zu widmen. Dann schau ich mal wohin mich das bringt (lacht). Es ist unheimlich spannend und macht mir unendlich viel Spaß da ich nun auch mit Datapunk eine Base gefunden habe, mit welcher ich mich aktuell sehr gut entwickeln kann. Ich bin
mit tollen Menschen und Talenten auf Tour wie z.B. Frank Kusserov, Kazim Aprendiz, Anthony Rother und unserem Booker Turgay Avioglu. Das geniesse ich sehr und die Zusammenarbeit klappt sehr gut.

Sabrina Anna:
Wenn Du heute nochmal 15 Jahre zurückgehen könntest, was würdest Du in die heutige Zeit mitbringen?

Mike Väth:
Nichts, weil es ist nichts gibt was verloren gegangen ist, die Dinge haben sich nur weiterentwickelt, mir fehlt nichts.

Sabrina Anna:
Genug Worte über die Vergangenheit, reden wir über die Zukunft. In der Schweiz scheinst Du glücklich zu sein und bist dort auch sehr gefragt und erfolgreich. Wenn Du Frankfurt nun mit Zürich vergleichst, was sind für Dich die prägnantesten Unterschiede in der Szene?

Mike Väth:
In Zürich herrscht ein weicherer und vielseitigerer Umgang mit elektronischer Musik. Es ist eine Stadt mit sehr viel Sub-Kulturen in diesem Bereich. Die Szene ist sehr gepflegt, aber auch mit einer sehr intensiven, sehr Salonfähigen Afterhour-Kultur. Das habe ich in Frankfurt so nie kennengelernt. Dort ist das schon eine Nummer härter, doch das ist auch gut so. In Zürich sind vor allem die Einflüsse der Vielsprachigkeit zu spüren. Ich finde Frankfurt und Zürich, sind wie Bruder und Schwester. (lacht)

Sabrina Anna:
Kommen wir mal zu Deinem Stil, man sagt Dir nach er sei treibend und experimentell – was braucht eine Produktion, damit sich Dich erreicht und schliesslich auch den elektronischen Lebensstil gerecht wird?

Mike Väth:
Dazu sage ich nur wie bereits erwähnt, 2009 werden wir zum Datapunk Jahr machen, mit allem was dazu gehört. (lacht) Das wird diesem Lebensstil dann mehr als gerecht!

Sabrina Anna:
Du hast eine Tochter, Theresa – ihr hattest Du vor 10 Jahren mal eine Produktion gewidmet, welche damals auf Macrolon erschien. Wie ist heute Euer Verhältnis heute? Die junge Dame könnte sich ja schon bald selbst an die Teller stellen, würdest Du dies fördern?

Mike Väth:
Ich habe das Glück eine wirklich wundervolle Tochter zu haben, sie hat mir schon sehr früh gezeigt, dass sie sehr gut auf sich selbst aufpassen kann. Wenn sie möchte, wird sie zu mir kommen und sich alles zeigen lassen, allerdings ist sie mit so vielen Talenten bestückt, dass sie Ihren Weg wie wir Väths, auch alleine gehen kann. Ihre Schwerpunkte sind ähnlich wie bei Dir die Kraft der Worte, sie schreibt unendlich spannende Geschichten und erzählt sie so illustrativ, dass es Dich einfach nur weghaut. (beide lachen)

Sabrina Anna:
Mike, (schmunzelnd) wenn ich mich in 20 Jahren nochmal mit Dir zu einem Interview treffen möchte, wo muss ich Dich dann aufsuchen?

Mike Väth:
Ich hoffe zu erst einmal, dass du mich kerngesund wie immer auffinden wirst und ich dir dann erzähle wie ich den 14.12.2012 überlebte und mit meinen neuen Freunden aus dem fernen Weltall, einige interplanetarische Raves besuchte, um neue Soundgalaxien zu durchreisen. (beide lachen)

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Dieses Interview wurde unter anderem auf nachtagenten.net veröffentlicht.

Alle Rechte liegen bei mir!
Das Herauskopieren des Inhalts ist nur dann gestattet, wenn der Hinweis auf mich als Autor erfolgt.

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